Qualitätsmanagement auf der METTNAU




Die METTNAU ist seit Mai 2009 durch den TÜV Süd nach DIN/EN/ISO 9001:2008 zertifiziert.

Als Mitglied im Qualitätsverbund Reha und Gesundheit Baden-Württemberg haben die Med. Reha-Einrichtungen der Stadt Radolfzell das Qualitätsmanagementsystem QMS Reha ® der Deutschen Rentenversicherung Bund eingeführt.
www.qualitaetsverbund-reha-und-gesundheit.de

Internes Qualitätsmanagement

Die Notwendigkeit, ein umfassendes QM einzuführen, ergibt sich nicht nur aus der Gesetzeslage heraus sondern auch aus der Betrachtung der Entwicklungen im Gesundheitswesen. Rehabilitationskliniken und Akuthäuser haben sich innerhalb kurzer Fristen von verwalteten Pflegeeinrichtungen zu wettbewerbsorientierten Dienstleistungsunternehmen gewandelt. Die zunehmenden Finanzierungsengpässe lassen die Forderung nach Effizienz (Wirtschaftlichkeit) und Effektivität (Zielorientierung bzw. Zielerreichung) lauter werden. Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsanalysen gewinnen an Bedeutung.

Bei der Auswahl eines geeigneten QM-Systems hat sich die Leitung der medizinischen Rehaeinrichtungen der Stadt Radolfzell für die Einführung eines rehaspezifischen Systems entschieden, das Qualitätsmanagementsystem (QMS) REHA. Es war sehr wichtig ein System zu finden, das die Anforderungen der Rehabilitation kennt. QMS-Reha® wurde exklusiv für diesen Zweck entwickelt.

Die Einführung eines QM-Systems verstehen wir als Chance, Strukturen, Verantwortung und Abläufe neu zu ordnen, klar zu definieren und nach innen und außen transparent zu machen. QM ist mehr als nur eine technische Komponente. QM ist für uns eine Unternehmensphilosophie mit spezifischen Handlungsfeldern.

Stärken und erfolgreiche Strategien sollen ausgebaut und die Kommunikation und Kooperation im Unternehmen intensiviert werden, um Synergieeffekte verstärkt zu nutzen. Die Optimierung von Abläufen und der gezielte Einsatz der personellen und finanziellen Ressourcen sollen auch in Zukunft wirtschaftliche Stabilität und Arbeitsplatzsicherheit garantieren. Und nicht zuletzt wollen wir durch kontinuierliche Verbesserung in allen Bereichen die Erwartungen, Ansprüche und Wünsche unserer Gäste und Patienten auf einem hohen Qualitätsniveau erfüllen.

Verbindliche Grundlage ist die Orientierung an dem Qualitätsmanagementverfahren QMS-Reha® der Deutschen Rentenversicherung Bund sowie das Zertifikat nach der internationalen Norm DIN/EN/ISO 9001:2008, welches im Mai 2009 durch den TÜV-Süd verliehen wurde. Dadurch ist gewährleistet, dass die Behandlung der Patienten auf hohem Qualitätsniveau erfolgt nach anerkannten und von unabhängigen Stellen überprüften Qualitätsstandards.

Charakteristika des QMS Rehabilitation (QMS-Reha® ):

>>Prozessorientierung mit Schwerpunkt auf rehabilitationsbezogene Kernprozesse

>>Verantwortung und Kompetenz bei der Leitung

>>Ausgebildete Qualitätsmanager (in)

>>Einbeziehung der Mitarbeiter und Mitarbeitervertretung

>>Unterstützung der Elemente der externen Qualitätssicherung

>>Handbuch-basiert mit allen relevanten QM-Modellen abgeglichen (DIN/EN/ISO 9001:200; EFQM/IQMP; KTQ Reha)


Seit Februar 2010 ist das QMS-Reha® auch von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) anerkannt. Damit ist gewährleistet, dass die Zertifizierung den neuesten gesetzlichen und behördlichen Vorgaben entspricht.

Qualitätssicherung

Die Deutsche Rentenversicherung setzt seit vielen Jahren Instrumente und Verfahren zur Reha-Qualitätssicherung (QS) ein mit dem wesentlichen Ziel einer Qualitätsverbesserung der medizinischen Rehabilitation.

Alle rentenversicherungseigenen sowie die von der Deutschen Rentenversicherung federführend belegten Rehabilitationseinrichtungen oder Rehabilitationsfachabteilungen (rund 950) nehmen an den Reha-QS-Aktivitäten der Rentenversicherung teil. Dies gilt selbstverständlich auch für die medizinischen Rehaeinrichtungen der Stadt Radolfzell.

Gesetzliche Grundlage ist § 20 des Sozialgesetzbuches IX. Dort werden vergleichende Qualitätselemente auch als Grundlage für ein effektives Qualitätsmanagement gefordert.

Aktuell umfassen die QS-Aktivitäten folgende Elemente:

>> Erhebungen zur Strukturqualität von Rehabilitationseinrichtungen

>> Vorgaben zu den Laufzeiten der Entlassungsberichte (14 Tage), d.h. die systematische einrichtungsbezogene Erfassung, statistische Aufarbeitung und die Rückmeldung an die jeweilige Einrichtung.

>> Befragungen von Rehabilitanden bzw. Patienten zur Zufriedenheit mit der Reha-Maßnahme und Beurteilung des Reha-Erfolges

>> Bewertungen des individuellen Rehabilitationsprozesses durch erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Rehabilitationseinrichtungen (peer review). Hier wird der Rehabilitationsprozess anhand von zufällig ausgewählten ärztlichen Entlassungsberichten und individuellen Therapieplänen bewertet. Die Überprüfung erfolgt auf Basis anonymisierter Unterlagen durch speziell geschulte leitende Ärzte aus anderen Kliniken (peers).

>>Dokumentationen des therapeutischen Leistungsspektrums, die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL): Anhand der KTL wird das therapeutische Leistungsspektrum der Reha-Einrichtungen dokumentiert. Den Reha-Einrichtungen werden entsprechende Auswertungen regelmäßig im Rahmen der Qualitätssicherungs-Berichterstattung zur Verfügung gestellt.

Vorgaben für die Ausgestaltung der Rehabilitation in Form von Rehabilitations-Standards (früher: Reha-Leitlinien):

Die Reha-Therapiestandards werden in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten entwickelt. Sie sind Handlungskorridore nach dem jeweils aktuellen Wissensstand. Als Bestandteil der Qualitätssicherung leisten sie einen Beitrag zur Vermeidung von Behandlungsdefiziten und erhöhen die Transparenz der Leistungen.

Ziel der Reha-Therapiestandards ist es, die Behandlung von Patientinnen und Patienten auf eine wissenschaftliche, evidenzbasierte Grundlage zu stellen. Der Aufbau der Standards in Therapiemodulen lässt einen großen Spielraum für die inhaltliche Ausgestaltung zu und erlaubt somit ein individuelles Zuschneiden der Behandlungsinhalte.

Das wesentliche an den Therapiestandards sind die evidenzbasierten Therapiemodule (ETM). Für jedes ETM ist dabei definiert, wie lange die entsprechenden Therapien durchgeführt werden sollen, welche KTL-Leistungen angewendet werden können und welcher Mindestanteil von Patienten ensprechende Leistung erhalten muss. Durch Dokumentation anhand der KTL kann dann überprüft werden, ob eine den Reha-Standards entsprechende Behandlung stattgefunden hat.